Friedrich Christian Delius, FCD

Buch: Die Zukunft der Schönheit

Die Zukunft der Schönheit
Erzählung                                                           

Rowohlt Berlin
96 Seiten
ISBN: 978-3-7371-0040-3
Gebunden € 16,00
e-Book       € 13,99

Hörbuch, gelesen von Christian Brückner
in der Edition parlando im Argon Verlag
2 CDs, ISBN 978-3-8398-7108-9, € 19,95,

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Am 1. Mai 1966 gerät ein junger Deutscher aus der hessischen Provinz in einen New Yorker Jazzclub, es spielt der Saxophonist Albert Ayler. Befremdet, beleidigt, beschwingt von der unerhörtesten Musik jener Zeit, beginnt der junge Mann, das ganze unheilvolle Durcheinander der Gegenwart aus diesen Tönen herauszuhören, den Mord an Kennedy, den Vietnamkrieg, den Börsenlärm, den Kampf der Schwarzen, die Studentenproteste. Je mehr er sich einlässt auf die wilde Musik, desto näher kommt der angehende Dichter sich selbst, bis zum verdrängten Schmerz eines Vaterkonflikts, der von einem anderen Jazzkonzert ausgelöst wurde, und zu den peinlichen, pubertären Anfängen seines Schreibens. Gebannt von Aylers Improvisationsräuschen, begreift der junge Mann in einem hellsichtigen Assoziationstaumel die revolutionäre Energie, die in Wachheit und Wut steckt. Diese Musik lässt ihn körperlich fühlen, wie Zerstören und Zersetzen der Beginn alles Schönen sein kann und die Kunst das Rettende wird.
Eine autobiographische Erzählung von Friedrich Christian Delius, die den Aufbruchsgeist einer ganzen Epoche beschwört.

Erste Stimmen:

„Delius ist mit ‚Die Zukunft der Schönheit‘ ein bestechend ehrliches Musikstück gelungen, zur Ermutigung für alle, denen an der Zukunft der Schönheit liegt – und gegen alle, die an einer Zukunft ohne Schönheit arbeiten.“ (Neue Westfälische, Stefan T. Gruner)

„brillant rasende Jazzprosa … So verteidigt Delius das bleibende Erbe seiner Generation, das nicht in den Straßenkampfparolen besteht, sondern in einer Idee vom Schönen, die ‚nichts beschönigt, nicht flieht vor dem Schrecklichen und Lügen nicht verkleistert.‘ Diese schmale Erzählung löst ihr ästhetisches Versprechen ein. Sie besticht durch ihre Kongruenz von Form und Inhalt, dadurch, dass hier auch schmerzhafte Eingeständnisse ihren literarischen Raum finden.“ (Der Tagesspiegel, Carsten Otte)

„Eine wunderbare Erzählung … vom Großmeister der geschliffenen, leisen Töne“ (rbb)

„wunderbar, kraftvoll, sehr geglückt … Musikalität in Sprache übersetzt“
(SWR, Maike Albath)

„So, wie Delius diesen Moment in den assoziativen Fluss seiner Prosa einbettet, wie er das Vatermotiv anspielt, variiert und schließlich zu einem durchdringenden Akkord verdichtet, gehört der Augenblick in Slug’s Saloon zu den Höhepunkten der deutschen Gegenwartsliteratur, zu jenen Prosastücken, bei denen es egal ist, ob sie biographisch und zeitgeschichtlich beglaubigt sind oder nur große Wortkunst.“ (FAZ)

„Es sind einzelne Momente im Leben einzelner Menschen, in denen plötzlich alles in ein dissonantes Tänzeln gerät.“ (spex)

„Eine autobiographische Erzählung, die einem sehr nahekommt.“ (Deutschlandfunk Kultur)

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