Friedrich Christian Delius, FCD

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München. Frankfurt. Hamburg. Berlin. Ist Luther so heilig? Oder Delius so blöde? Warum keine deutsche Zeitung die vieldiskutierte Streitschrift „Warum Luther die Reformation versemmelt hat“ bespricht, wer kann sich das erklären? Antworten erwünscht unter: Kontakt.

Frankfurt. „Ihre Reformation haben Sie vergeigt, Herr Luther“  – der einzige lutherkritische Artikel zum Lutherjahr, in der FAZ, 29. 10. 2016: Über die Erfindung der Erbsünde dank Falschübersetzung und Bestechung und die Verschärfung des Sündensumpfs durch Luther. Eine erweiterte Buchausgabe erscheint im März bei rororo: „Warum Luther die Reformation versemmelt hat“.

 Berlin. Am 11. März erschien der neue Roman „Die Liebesgeschichtenerzählerin“. Er wurde am 15. März mit Literarischen Colloquium Berlin vorgestellt (mit Katharina Hacker), sowie an zwei Abenden während der Leipziger Buchmesse. Weitere Lesungen siehe oben.

Berlin. Gleichzeitig ist das Hörbuch im Argon Verlag erschienen. Doris Wolters liest den ungekürzten Text.

Frankenberg. Der „Literarische Frühling“ in Frankenberg, Waldeck, Bad Wildungen, der Bärenmühle und Umgebung fand in diesem Jahr zum fünften Mal statt, wieder unter der Schirmherrschaft von Mario Adorf und Friedrich Christian Delius. Vom 9. bis 17. April traten u.a. Nora Bossong, Thea Dorn, Martina Gedeck, Axel Hacke, Giovanni di Lorenzo, Klaus Modick, Ingrid Noll, Claudia Ott, Katerina Poladjan, Michael Quast, Ulrich Raulff, Claudia Ott, Joachim Sartorius, Denis Scheck, Peter Sloterdijk und Feridun Zaimoglu auf. Delius las am 10. April im Schloss Friedrichstein, Bad Wildungen aus seinem neuen Roman „Die Liebesgeschichtenerzählerin“.

Frankfurt. „Der frechste Dichter aller Zeiten“, ein vieldiskutierter Essay über Dante aus der FAZ vom 21. 05. 2015. „ … so begeistert und mitreißend, dass man die ungelesene oder angelesene ,Göttliche Komödie‘ sofort aus dem Bücherregal ziehen, den Staub wegpusten und loslegen möchte. Das muss ein Feuilleton erst mal hinkriegen!“ (Deutschlandradio)

Berlin. Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus“ ist neuer Spitzenreiter auf Delius‘ Longsellerliste, siehe oben. Mit 169.000 verkauften Exemplaren liegt der „Spaziergang …“ aus dem Jahr 1995 nun zum ersten Mal vor den „Birnen von Ribbeck“ von 1991.

Berlin.  Am 2. September 2015 feierte Delius im Literaturhaus Berlin sein
„50jähriges Bühnenjubiläum“ – 1965 erschien sein erstes Buch, die
Gedichte „Kerbholz“ bei Wagenbach. Hans-Jürgen Schmitt, der vor 50 Jahren in der
FAZ diesen Band rezensierte, hielt die Einführung, hier: „F.C.Delius –
wiedergelesen“

Reinbek. In der Werkausgabe bei rororo sind in diesem Jahr auch erschienen „Der Königsmacher“, der Roman über den Mann, der das Preußenjahr erfand, und „Die Flatterzunge“, die Erzählung über einen Berliner Posaunisten, der in Tel Aviv eine Getränkerechnung mit „Adolf Hitler“ unterschrieb.

Weinheim. Über den „Wert des Eigensinns“ äußert sich Friedrich Christian Delius als „bekennender Introvertierter“ in einem längeren Interview in „Psychologie heute“ (Oktober 2014): „Literatur hat mich gestärkt.“


Berlin.
Die Berliner Zeitung und Frankfurter Rundschau (Harry Nutt), die FAZ (Sandra Kegel und Wolfgang Schneider), die Süddeutsche Zeitung (Helmut Böttiger), der Tagesspiegel (Gerrit Bartels), die taz (Jan Feddersen), die Welt (Tilman Krause) feierten den Geburtstag von Friedrich Christian Delius: „trotz der Anerkennung durch den Büchner-Preis sind die zahlreichen Bücher des heute 70jährigen immer noch zu entdecken“ (Nutt). Siehe „Vermutungen über FCD„.Frankenberg. Friedrich Christian Delius hatte mit Mario Adorf wieder die Schirmherrschaft über den „Literarischen Frühling in der Heimat der Brüder Grimm“ in Nordhessen übernommen. In diesem Jahr haben unter anderem Sybille Lewitscharoff, Mario Adorf, Rainer Stach, Thomas Hettche, Axel Hacke, Adriana Altaras und Hanns Zischler in Fankenberg, Waldeck und in der Bärenmühle lesen.

Sao Paolo. Luis S. Krausz und der Verlag Tordsilhas Editorial wurden mit dem Jabuti Preis 2013 für die beste Übersetzung aus dem Deutschen ausgezeichnet – für “Retrato da mãe quando jovem”, „Bildnis der Mutter als junge Frau„.

Berlin. “Die linke Hand des Papstes” liegt in der zweiten Auflage vor.

Berlin. Unter dem Titel “Peter Huchel oder die Kunst, sich nicht zu uniformieren” ist in Heft 6/2012 von “Sinn und Form” die Rede erschienen, die Friedrich Christian Delius bei der Eröffnung der neuen Dauerausstellung des Peter-Huchel-Hauses in Wilhelmshorst gehalten hat.

Berlin. Im Zuge des großen Erfolgs von Lutz Seilers „Kruso“ wird auch das Interesse an der Bestseller-Erzählung „Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus“ (1995) wieder belebt. Die Hauptfigur Gompitz, der auf dem „Klausener“ arbeitet, wo auch Seilers Figuren arbeiten, taucht, ohne Namen, bei Seiler als Nebenfigur auf – das bei Seiler kunstvoll entwickelte Flucht-Motiv ist bei Gompitz bereits zur konkreten Planung vorangeschritten – die Schönheit Hiddensees wird in beiden Büchern auf ganz verschiedene Weise gepriesen. Kurz, beide Bücher werben füreinander.
Am 1. Januar 2015 wird der Deutschlandfunk das Feature von Delius über den Italienreisenden sächsischen Kellner aus Rostock wiederholen „Ohne Italien geht’s nicht in die Kiste!“.

Reinbek. In der Werkausgabe bei rororo sind wieder einzeln lieferbar die Romane der Trilogie über 1977, den Wendepunkt der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte: Die Entführung eines Industriellen aus der Perspektive eines Karrierristen, „Ein Held der inneren Sicherheit„. Die Entführung eines Flugzeugs aus der Perspektive der Opfer, „Mogadischu Fensterplatz„.  Das Staatsbegräbnis für Terroristen, „Himmelfahrt eines Staatsfeindes„, aus der Perspektive eines der Toten und eines hohen Polizisten, angelehnt an das Motto von BKA-Chef Herold über Andreas Baader „Ich habe ihn geliebt.“

Reinbek
. Aus Anlass des 70. Geburtstags von Friedrich Christian Delius begann der Rowohlt Taschenbuch Verlag mit einer Werkausgabe in Einzelbänden. In neuer, schöner, einheitlicher Ausstattung und mit einer editorischen Notiz von Michael Töteberg versehen sind zunächst „Bildnis der Mutter als junge Frau„, „Die Birnen von Ribbeck„, „Mein Jahr als Mörder“ und „Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus“ erschienen.
Es folgtenAdenauerplatz„, „Amerikahaus und der Tanz um die Frauen“ und „Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde“ – bis Herbst 2015 sind ingesamt 18 Bände geplant.
Inzwischen erschienen die frühen Satiren „Wir Unternehmer. Unsere Siemens-Welt. Einige Argumente zur Verteidigung der Gemüseesser„, „Die Frau, für die ich den Computer erfand“ und „Als die Bücher noch geholfen haben„.

Mainz. Der Gerty-Spies-Literaturpreis 2012 der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz wurde am 27. September an Friedrich Christian Delius verliehen. Die Laudatio hielt Martin Lüdke. Der Preis, der mit 5000 Euro dotiert ist, wurde in den letzten Jahren u.a. an Ruth Almog, Peter Härtling, Katja Lange-Müller, Juli Zeh, Günter Wallraff und Christoph Hein zugesprochen.

Berlin. Am 6. September 2013 erschien bei Rowohlt Berlin “Die linke Hand des Papstes“.
Georg-Büchner-Jahr 2013, siehe „Als die Bücher noch geholfen haben“ und die Büchner-Rede.

Johann-Gottfried-Seume-Jahr 2013, siehe „Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus„.

Bad Hersfeld. „Eine Stadt liest ein Buch“: Bad Hersfeld hat sich entschieden für „Die Frau, für die ich den Computer erfand“. Abschluss und Höhepunkt zahlreicher Veranstaltungen zu diesem Roman über den Computer-Erfinder Konrad Zuse waren zwei Abende mit Friedrich Christian Delius am 1. und 2. November 2012.

Hamburg. In der ZEIT-Edition von zwölf Wissenschafts-Romanen ist neben Ralf Bönt, T.C. Boyle, John Griesemer, Thomas Pynchon, Alissa Walser u.a. auch Delius mit dem Konrad-Zuse-Roman vertreten: „Die Frau, für die ich den Computer erfand“ .

Barcelona. Bei Salajín editores ist „Retrato de la madre de joven“ (Bildnis der Mutter als junge Frau) erschienen, in der Übersetzung von Lidia Álvarez Grifoll.

Stockholm. “Porträtt av modern som ung” (Bildnis der Mutter als junge Frau) ist in der Übersetzung von Jan Erik Bornlid im Tranan Verlage erschienen. Der gleiche Verlag hat 2006 die Übersetzung von Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde herausgebracht, demnächst folgt Mein Jahr als Mörder.

Amsterdam. Auch in den Niederlanden, bei Van Gennep, ist die Übersetzung des Bildnis der Mutter als junge Frau erschienen: “Portret van een moeder als jonge vrouw”.
Vorbereitet werden außerdem Mein Jahr als Mörder und Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde.

Milano. „La ballata di Ribbeck“ in der Übersetzung von Elena Bonetto ist im Verlag Mimesis Edizioni erschienen, deutsch-italienische Ausgabe mit einem Nachwort von Karin Birge Gilardoni-Büch.

Berlin. Friedrich-der-Große-Jahr 2012, hier der Roman für aufgeklärte Preußenfreunde: Der Königsmacher. „Ein Muss für die Liebhaber historischer Romane ebenso wie für deren Hasser“ (Brigitte).

Berlin.Mogadischu Fensterplatz„: 1987 – 10 Jahre nach der Flugzeugentführung der „Landshut“ – erschienen und lieferbar (hier) beschreibt das Drama, dem sich auch Martin Rupps‘ Buch „Die Überlebenden von Mogadischu“ annimmt. Lesen Sie hier, wie vor 25 Jahren die Literaturkritik auf Delius‘ Buch reagierte.

 Berlin. Am 9. März erscheint „Als die Bücher noch geholfen haben. Biografische Skizzen“ bei Rowohlt Berlin. Die erste Vorstellung findet am 9.3. in der Berliner Akademie der Künste am Pariser Platz statt, mit Helmut Böttiger und Ingo Schulze.

New York
. Bei Ferrar, Straus and Giroux wird „Portrait of the Mother as a Young Woman“ erscheinen, eine Lizenz der Ausgabe des Londoner Peirene Verlags, Übersetzung: Jamie Bulloch.

London. Die britische Presse lobt „Portrait of the Mother As a Young Woman„:  „Elegant and musical prose … beautifully balanced and moving novella … Jamie Bulloch’s excellent translation keeps the supple and rhythmic flow of Delius‘ language. This is a small masterpiece.“ (Times Literary Supplement)
„Delius understands the forces that shape Germany and has the gift to articulate joy, beauty and love.“ (The Independent)
Nicholas Lezard im „Guardian“: „The book’s last paragraph, overtly expressing nothing more than the young woman’s intention to write a letter, is one of the most moving conclusions I’ve ever read.“

Hamburg. Ein neues GEO Special über Rom liegt vor, mit einem Text von FCD „Die Stadt in 1000 Splittern“.

London. Ein aktuelles Interview: „WikiLeaks weiß, woran ich arbeite“.

Berlin. „Hertha steigt auf. Steigt Hertha auf …“, so beginnt ein aktuelles Gedicht aus dem Jahr 1967, hier wieder zu entdecken.

München.Der Held und sein Wetter“ ist vor 40 Jahren im Carl Hanser Verlag erschienen – und seit 30 Jahren vergriffen. Eine Dissertation? Ja, da staunt der Germanist: erstens echt, zweitens lesbar, drittens witzig, viertens vielzitiert.

Darmstadt. Das Staatstheater Darmstadt spielt Die Birnen von Ribbeck nach fast zwei Jahren am 13. Februar 2011 „zum letzten Mal“.

Berlin. Der ungarische Schriftsteller Péter Esterházy liefert noch eine Pointe zur Fußball-WM: “Das einzige gute Buch über das Finale von 1954, das ich kenne, ist ‘Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde’ von dem deutschen Schriftsteller F.C. Delius. Und auch ich habe zwei, drei gute … Zeilen (lacht). (Tagesspiegel 19.7.2010)

Reinbek und Ribbeck.Mit der 10. Taschenbuchauflage erreichen Die Birnen von Ribbeck jetzt 151.000 Exemplare (“der oft vermisste Wende-Roman, auf 79 Seiten”).

Göttingen. War F.C. Delius der erste deutsche Rapper? Er übersetzte 1965 W. H. Audens “Night Mail” aus dem Jahr 1936, der als der frühste literarische Rap-Text gilt. Näheres in “Stimmenzauber. Von Rezitatoren, Schauspielern, Dichtern und ihren Zuhörern. Valerio 10.” Hrsg. von Lothar Müller, Wallstein Verlag, Göttingen.

Berlin.Was verbindet Angela Merkel und Navid Kermani? Beide zitieren an einem Berliner Abend im Martin-Gropius-Bau über die Villa Massimo F.C. Delius’ “Einst hatte ich ein Rom-Bild. Hauptstadt der Fiktionen und Legenden. Die Ewige Stadt als blühendes Schlachtfeld der Kulturgeschichte”.

Berlin/Grimma/Rostock/Syrakus. J.G.Seume-Jahr 2010. Lesen Sie mal (wieder): Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus.

Bremen
. Hörspiel „Der Mann, der nicht rechnen wollte“ (nach dem Roman Die Frau, für die ich den Computer erfand), eine Produktion des RBB und Radio Bremen. Mit Jürgen Holtz, Musik: Daniel Dickmers, Regie: Ulrich Gerhardt. Nordwest-Radio 9.4. 2010, 22.05 – 23.30 Uhr.

Bergen-Enkheim. Mit einer Rede über die Schlacht bei Bergen von 1759 hat sich Friedrich Christian Delius als Stadtschreiber von Bergen verabschiedet. Sein Nachfolger wurde Ulrich Peltzer. Die Festrede hielt in diesem Jahr Heribert Prantl.

Berlin. Hörspiel „Der Mann, der nicht rechnen wollte“ (nach dem Roman Die Frau, für die ich den Computer erfand), eine Produktion des RBB und Radio Bremen. Mit Jürgen Holtz, Musik: Daniel Dickmers, Regie: Ulrich Gerhardt. Ursendung am 28. März 2010, 14.04 Uhr.

Leipzig
. „Ohne Italien geht‘s nicht in die Kiste„, das Feature von F.C. Delius über den nach Syrakus segelnden Kellner Gompitz (siehe Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus) wird am 29.10. 09 im MDR wiederholt: 22 Uhr auf „Figaro“.

Frankfurt a.M./Berlin. Kürzere Texte von FCD in einigen Neuerscheinungen dieses Frühjahrs:
“ ‚Für meinen ersten Verleger‘ – Wie es zu ‚Vor den Vätern sterben die Söhne‘ und Thomas Braschs Ausreise kam“, in: Grenzübergänge, Hrsg. Julia Franck (S. Fischer Verlag).
„Cavallo bianco“, in: Die Nacht, in der die Mauer fiel (Hrsg. Renatus Deckert (Suhrkamp Verlag).
“ ‚Mein Name existiert nicht‘. Zur Eröffnung der Alfred-Döblin-Ausstellung Berlin 1987. In: Neue Rundschau 1/2009, S. Fischer Verlag.
„Goethe, die Barbaren und das Jahr 2043“. In: Sinn und Form 3/2009.
Ilse Aichinger, Die größere Hoffnung. In: Katalog der Ausstellung „Doppelleben. Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland“.
„Wilde, geschmeidige Sätze“, in: Lob der deutschen Sprache, Valerio 9/2009 , Hrsg. Hans-Martin Gauger (Wallstein Verlag)

Istanbul. Die erste Übersetzung der Erzählung „Bildnis der Mutter als junge Frau“ ist erschienen: „Annenin Genc Kadin Olarak Portresi“. Im Ithaki Verlag, übersetzt von Vedat Corlu.

Capua Vetere. „Il mio anno da assassino“ („Mein Jahr als Mörder“) ist im Verlag Edizioni Spartaco erschienen. Übersetzung: Giovanni Giri.

Paris. Bei Fayard ist „Le Dimanche où je suis devenu champion du monde“ erschienen, in der Übersetzung von Jean-Claude Capèle.

Göttingen. Friedrich Christian Delius erhält den Evangelischen Buchpreis 2009. Er wird für die Erzählung „Bildnis der Mutter als junge Frau“ ausgezeichnet, die 2006 im Rowohlt Berlin Verlag erschienen ist. Der mit 5000 Euro dotierte Evangelische Buchpreis ist ein Leserpreis, dessen Auswahl ausschließlich auf Vorschlägen von Leserinnen und Lesern beruht – Begründung hier (www.eliport.de) . Er wird am 27. Mai in Neumünster verliehen.


BEISEITE GESPROCHEN
Der „Mogadischu“-Film: Hat die ARD von Delius geklaut?

1987 erschien der Roman „Mogadischu Fensterplatz“ von Friedrich Christian Delius, viel gelobt, viel gelesen und in sechs Sprachen übersetzt. Das Buch wurde mehrfach neu aufgelegt (zuletzt in „Deutscher Herbst“), in der Presse und im Fernsehen immer wieder erwähnt und noch 2007 im Staatstheater Stuttgart auf die Bühne gebracht.
Gestützt auf die Aussagen der Geiseln des entführten Lufthansa-Flugzeugs „Landshut“ hat Delius hier die erste künstlerische Version der dramatischen Ereignisse des Jahres 1977 vorgelegt – und die erste Darstellung ausschließlich aus der Sicht der Opfer. Der Roman wurde seinerzeit verschiedenen Film-Redaktionen und Drehbuchautoren angeboten – unter anderem der freien Produzentin Gabriela Sperl.
2008, am 30. November, sendete die ARD den Film „Mogadischu“ von Roland Suso Richter – ein großer „TV Event“. Das Drehbuch schrieben Maurice Philip Remy – und Gabriela Sperl.
Im Presseheft gibt es keinen Hinweis auf den Delius-Roman. Dafür behauptet der Produzent Nico Hofmann: „‘Mogadischu‘ ist die erste rein fiktionale Umsetzung der Geschehnisse um die Entführung der ‚Landshut‘ … Entscheidend dabei war der Blickwinkel der Opfer und ihre Geschichte, die bislang bei der Betrachtung und Analyse immer zu kurz kam.“ So stand es, nur besser formuliert, in allen Kritiken des Romans.
Gewiss, beide Werke sind ohne die Aussagen der ehemaligen Geiseln nicht denkbar. Und jeder hat das Recht, diese Geschichte zu erzählen. Romanciers und Filmer mit verschiedenen Mitteln. Ein Plagiat im juristischen Sinn liegt nicht vor, aber ebenso unwahrscheinlich ist, dass der TV-Film ohne Anregungen durch den Bestseller „Mogadischu Fensterplatz“ zustande gekommen ist. Warum wird das verschwiegen?
Für den „TV-Event“ am 30. 11. ist, zum ersten Mal seit Menschengedenken, der „Tatort“ ausgefallen. Dafür gab es eine zweite Spannungsebene. Zuschauer, die Delius‘ Version gelesen, im Radio gehört, auf der Bühne gesehen haben, fragten: Wie viel hat die ARD von Delius geklaut? Und warum sagt Produzent Nico Hofmann die Unwahrheit? Und warum wurde das von der Fernsehkritik (außer in der Süddeutschen Zeitung) nachgeplappert?
„Delius‘ Roman setzt dort ein, wo die Nachrichten einst endeten. Die Phantasie und die Sprachkraft seiner Ich-Erzählerin heben die authentisch wiedergegebenen Fakten auf eine neue, die literarische Ebene. Spannend erzählt, ist ‚Mogadischu Fensterplatz‘ mehr als ein Thriller.“ (Neue Zürcher Zeitung)

Bergen-Enkheim/Frankfurt. Friedrich Christian Delius wurde neuer Stadtschreiber in Bergen-Enkheim (www.kulturgesellschaft-bergen-enkheim.de). Er ist, nach Wolfgang Koeppen, Peter Rühmkorf, Peter Bichsel, Katja Lange-Müller, Robert Gernhardt, Reinhard Jirgl und vielen anderen, der 35. Autor, dem ein Jahr lang das Stadtschreiberhaus in Bergen zur Verfügung steht.
Delius, so die Jury, gehöre zu den „interessanten Autoren, die in ihren Texten sowohl die Gegenwartsnähe als auch die Kritik dieser Gegenwart suchen. Und weil dieser Autor ein Urvertrauen in literarische Formen besitzt, prägen seinen analytischen Schreibprozess die Musikalität und Rhythmik der Sprache, gleichwohl die Suche nach neuen Ausdrucksformen als die wesentlichen Elemente seines Schreibens über die Wirklichkeit.“
Der Preis wurde am 29. August 2008 im Festzelt auf dem Berger Marktplatz verliehen. Delius brachte den Bergen-Enkheimern als Gastgeschenk den Goethe-Satz mit: „Und wer der Dichtkunst Stimme nicht vernimmt,/ Ist ein Barbar, er sei auch, wer er sei.“ (Hier die Rede.) Außerdem sprachen Julie Zeh und Reinhard Jirgl.

Berlin.
Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hat den Platz zwischen Ulmenallee und Nußbaumallee im Westend nach Anneliese und Georg Groscurth benannt. Der Roman „Mein Jahr als Mörder“ soll einen wichtigen Anstoß dafür gegeben haben, hier.

Mainz. Mit dem Joseph-Breitbach-Preis wurde 2007 Friedrich Christian Delius für sein Gesamtwerk ausgezeichnet. Der Preis wurde von der Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur und der Joseph-Breitbach-Stiftung vergeben und ist mit 50.000 € dotiert. Die Preisverleihung fand am 21. September 2007 im Stadttheater Koblenz statt. Die Laudatio hielt Prof. Heinrich Detering (Göttingen). Bagdad und Breitbach, Capri und Clausewitz war die Rede des Preisträgers überschrieben. Eine Broschüre mit den Reden ist bei der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz zu beziehen.

Auszug aus der
Begründung der Jury des Joseph-Breitbach-Preises:
„F.C. Delius ist der poetische Chronist bundesdeutscher Zustände, Befindlichkeiten und Neurosen. Er macht das Gesellschaftliche im Privaten dingfest, geleitet von unbestechlichem Erkenntnisinteresse und ohne Hochmut. Radikal ist seine Einlassung auf die Einzelpsyche. Mit ihr geht eine leidenschaftliche Suche nach zwingender sprachlicher und formaler Umsetzung einher, die keinen Stillstand bei einmal gefundenen Haltungen und Sprachmustern zulässt. In vierzig Jahren ist so der deutschen Literatur ein Werk der Aufklärung zugewachsen, das, stets politisch, allen Ideologien trotzend und niemandem gefällig, große Klangsinnlichkeit, Sprachschönheit und neue Formen des Epischen hervorgebracht hat. In der jüngsten Erzählung ‚Bildnis der Mutter als junge Frau‘ verschränken sich seine analytischen und lyrischen Qualitäten zum komplexen Rhythmus eines großen Gesangs. Die Jury zeichnet Friedrich Christian Delius aus für seine nuancierten Psychogramme deutscher Menschen, für die Furchtlosigkeit des Gedankens, für die Musikalität und die innovative Kraft seiner Prosa.“

Jerusalem/Berlin. Georg Groscurth, Robert Havemann, Paul Rentsch und Herbert Richter, Mitglieder der Widerstandsgruppe „Europäische Union“, sind von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem in die Liste der „Gerechten unter den Völkern“ aufgenommen worden, weil sie mehrere Juden vor der Verfolgung durch die Nazis gerettet hatten (mehr und hier). Die Geschichte dieser Gruppe wird in dem Roman „Mein Jahr als Mörder“ ausführlich erzählt.
Wie Yad Vashem mitteilt, ist Anneliese Groscurth ebenfalls mit dem Titel „Righteous Among the Nations“ geehrt worden – „for help rendered to Jewish persons during the period of the Holocaust, at risk of her live“.

Reinbek/München. Im Februar sind die Taschenbücher Bildnis der Mutter als junge Frau und Die Minute mit Paul McCartney bei rororo erschienen. Im März ist das Hörbuch herausgekommen, Die Minute mit Paul McCartney, vom Autor gesprochen, bei Antje Kunstmann. Drei auf einen Streich – aus Anlass des 65. Geburtstag des Autors.

Göttingen. Briefe (1959 – 1979) von Nicolas Born sind im Wallstein Verlag erschienen, „ein wichtiges und unverzichtbares Zeugnis zur jüngsten Literaturgeschichte, ein Zeitdokument ersten Ranges“ (Süddeutsche Zeitung). Neben den Briefwechseln mit Hermann Peter Piwitt, Günter Kunert, Jürgen Theobaldy und Peter Handke ist auch der mit F. C. Delius dokumentiert.

Leipzig. Kritikerpreis für Literatur 2007 an Delius. In neun Sparten (Bildende Kunst, Theater, Musik, Film, Radio, Fernsehen, Tanz, Architektur) haben die Juries des Verbandes deutscher Kritiker die Preisträger des Jahres 2007 gewählt, den Preis für Literatur erhält Friedrich Christian Delius für „Bildnis der Mutter als junge Frau“. Die Verleihung fand am 22. Mai in Berlin statt. Mehr unter www.kritikerverband.de.

Aalen. Der traditionsreiche Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen wurde 2007 an Friedrich Christian Delius verliehen. Der mit 12.000 € dotierte Preis erinnert an das freiheitliche und aufklärerische Denken des Dichters, Komponisten und Journalisten Christian Friedrich Daniel Schubart (1739 -1791). Preisträger in den vergangenen Jahren waren u.a. Henryk M. Broder, Uwe Timm, Robert Gernhardt, Alice Schwarzer, Peter Härtling. Hier die Laudatio von Irene Ferchl und die Schubart-Preis-Rede.

Reinbek. Die 14. Taschenbuchauflage des Spaziergang von Rostock nach Syrakus“ ist erschienen. Damit steigt die deutschsprachige Gesamtauflage dieser Erzählung auf 121.000 Exemplare.

Berlin. Friedrich Christian Delius wurde zum Mitglied der Sektion Literatur der Akademie der Künste gewählt.

Köln. Der WDR wird die Hörspiele „Das Ultimatum“ und „Die Verlängerung“, die die Entführung der „Landshut“ im Herbst 1977 aus der Sicht der Geiseln thematisieren, am 14. und 21. Oktober 2007 wiederholen. Siehe auch „Mogadischu Fensterplatz“ und „Deutscher Herbst“.

Stuttgart. Uraufführung Mogadischu Fensterplatz am Staatstheater Stuttgart. Nach dem gleichnamigen Roman von Friedrich Christian Delius erarbeiteten Beate Seidel (Dramaturgie), Regina Wenig (Regie) und Viola Weltgen (Bühne und Kostüme) ein Theaterstück vor, das am 21.9.2007 im Depot des Staatstheaters uraufgeführt wurde.

Baden-Baden. Von der Jury bestehend aus 33 Literaturkritikerinnen und Literaturkritikern wurde „Bildnis der Mutter als junge Frau“ im November und Dezember 2006 auf die Bestenliste des SWF gesetzt (mehr hier).

Rom. Was Neues aus dem alten Rom?“Einst hatte ich ein Rom-Bild. Hauptstadt der Fiktionen und Legenden. Die Ewige Stadt als blühendes Schlachtfeld der Kulturgeschichte“ lautet der Essay von Friedrich Christian Delius, Aufmacher im Heft Juni/ 2007 der Zeitschrift „Literaturen“ zum Thema „Italienische Reise“. Jetzt auch hier.

London. Am 18.6.2007 wird Paul McCartney 65. Ein Geschenk für ihn und die Fans (der Beatles, der Briten, Londons und der deutschen Sprache) liegt bereits vor: „Die Minute mit Paul McCartney“.

Frankfurt. In der von Marcel Reich-Ranicki redigierten „Frankfurter Anthologie“ der FAZ vom 7.4.2007 hat Hans Christoph Buch das Gedicht „Paläontologie“ von 1964 aus dem ersten Delius-Gedichtband „Kerbholz“ besprochen: „Frühreife Melancholie“.

München. „Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde ist vom Goethe-Institut auf die Lektüreliste 2006 für das Kleine Deutsche Sprachdiplom gesetzt worden.

Köln. Das Hörspiel nach dem Buch „Die Minute mit Paul McCartney“ wird am 2. Januar 2007 um 20.05 Uhr auf WDR 5 gesendet. Regie: Christiane Ohaus. Coproduktion Radio Bremen/WDR.

Reinbek. Zehn Jahre nach ihrem Erscheinen erreicht die Erzählung „Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus“ die 13. Taschenbuchauflage. Damit liegt die Gesamtauflage der deutschsprachigen Ausgaben bei 109.000.

Nürnberg. Vom Publikum gefeiert, in der Kritik heftig umstritten: Uraufführung der OperProspero“ von Luca Lombardi (Libretto Friedrich Christian Delius und Luca Lombardi nach Shakespeares „Tempest“). „The best ‚Tempest‘ opera ever“ (Dan Albright). Näheres unter www.staatstheater-nuernberg.de.

Bremen/Köln. Radio Bremen und der WDR produzierten ein Hörspiel nach dem Buch „Die Minute mit Paul McCartney“. Regie: Christiane Ohaus. Erstsendung 4. August 2006, 22.05 Uhr Radio Bremen-Nordwestradio. Der WDR wird „Die Minute mit Paul McCartney“ im Januar 2007 senden.

Nürnberg. Vom Publikum gefeiert, in der Kritik heftig umstritten: Uraufführung der OperProspero“ von Luca Lombardi (Libretto Friedrich Christian Delius und Luca Lombardi nach Shakespeares „Tempest“). „The best ‚Tempest‘ opera ever“ (Dan Albright). Näheres unter www.staatstheater-nuernberg.de.

Florenz. Beim Verlag Le Lettere ist „La domenica che vinsi i mondiali“ erschienen, die italienische Ausgabe des „Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde“. Übersetzung: Monica Lumachi.

Peking. Was französische, italienische, englische und skandinavische Verlage nicht riskieren wollen, schafft die New Starr Press in Peking: Die erste Übersetzung von „Mein Jahr als Mörder“. Sie soll Ende 2007 erscheinen.

Heidelberg/Ludwigshafen/Mannheim. Größtes Leseprojekt Deutschlands mit „Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus“ beendet.
Bei der dreiwöchigen Aktion „1 Buch im Dreieck“ in der Metropolregion Rhein-Neckar im März 2006 gab es in 80 Orten 550 Veranstaltungen, bei der die Erzählung „Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus“ von Friedrich Christian Delius im Mittelpunkt stand oder die Anregung lieferte. Zu den Lesungen, Vorträgen, Diskussionen, Theateraufführungen, Ausstellungen und Touren kamen etwa 20.000 Besucher. Knapp 3000 Zuhörer fanden den Weg zu den Lesungen des Autors, der auch seine jüngsten Bücher „Mein Jahr als Mörder“ und „Die Minute mit Paul McCartney“ vorstellte.
1700 Menschen wollten Klaus Müller, das reale Vorbild der Hauptfigur des „Spaziergangs“, Paul Gompitz, hören und sehen.
Ein so großes Leseförderprojekt hat es in Deutschland bislang nicht gegeben, ähnliche Aktionen wurden nur in einzelnen Städten durchgeführt, nicht aber in einer ganzen Region und über die Landesgrenzen hinweg (Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz).
„Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus“ war im Sommer 2005 in einer Abstimmung der Leserinnen und Leser zum Buch der Region gewählt worden.
Mehr unter www.1buchimdreieck.de

Marbach. Das Literaturmuseum der Moderne in Marbach zeigt in seiner Dauerausstellung auch einige Manuskripte und Briefe aus dem Vorlass von Friedrich Christian Delius. Zu den auffälligen Stücken gehört die „angeschmuddelte“ (Greiner, Die Zeit) Tastatur des Apple-Macintosh von 1984, auf dem Delius von 1986 bis 1990 arbeitete – der kleine Ur-Apple, wohl einer der ersten von einem deutschen Schriftsteller benutzten Computer, war offenbar zu groß für die Vitrinen. Über die ebenfalls ausgestellte „Mogadischu-Kassette“ schrieb Gustav Seibt am 3. 6. 2006 in der Süddeutschen Zeitung:
„Am 13. Oktober 1977 wurde die Lufthansa-Maschine ‚Landshut‘ auf dem Weg von Palma de Mallorca nach Frankfurt von palästinensischen Terroristen entführt. Damit begann der letzte Akt des ‚deutschen Herbstes‚, der am 6. September mit der Entführung von Hanns Martin Schleyer eingesetzt hatte. 106 Stunden später wurde die ‚Landshut‘ auf dem Flughafen von Mogadischu von deutschen Sondereinheiten gestürmt. Kurz danach exekutierten die deutschen Terroristen ihre Geisel Schleyer.
Friedrich Christian Delius, geboren 1943 in Rom und einer der produktivsten Erzähler seiner Generation, hat dem deutschen Terrorismus der siebziger Jahre eine Roman-Trilogie gewidmet, die zu einem großen Beispiel realistischer Literatur unserer Zeit wurde. Ihr Zentrum, der Roman ‚Mogadischu Fensterplatz‚ (1987), schildert die Situation in der entführten Maschine aus der Sicht einer dreißig Jahre alten Passagierin. Anlass für ihren Bericht ist ein Fragebogen für mögliche Entschädigungsansprüche – eine Formidee, die an Ernst von Salomons Roman ‚Der Fragebogen erinnert.
Staatliches und politisches Handeln, der Kreislauf der Gewalt werden gegen die körperlich-seelische Erfahrung des Einzelnen gestellt. Genauigkeit ist das Fundament dieser hohen dokumentarischen Kunst. Unser Bild zeigt die von Delius verwendete Tonkassette mit einem Funkgespräch zwischen dem deutschen Botschafter und den Terroristen am Flughafen von Mogadischu. Die analoge Kassette hat im Zeitalter der digitalen Tonträger archäologische Qualität angenommen. Gegenwärtig bleiben die Erfahrungen mit dem Terror“.

Hamburg. „Die Wahl des Harlekin (Guatemala oder Mongolei?). Europas falsche Liebe zu Italien übersieht Berlusconis brutalen Kampf um die Macht“ in der ZEIT (Nr. 14, 30.3. 2006) erschienen. Englische Version bei www.signandsight.com

Nürnberg. Am Staatstheater Nürnberg wird Luca Lombardis Oper „Prospero“ (Libretto Friedrich Christian Delius und Luca Lombardi, nach Shakespeares „Tempest“) einstudiert. Die Uraufführung ist für den 15. April 2006 geplant. Inszenierung Andrea Raabe, musikalische Leitung Johannes Fritzsch. Siehe Staatstheater Nürnberg.

Rom. Fünfundzwanzig Schriftsteller aus allen Staaten der erweiterten Europäischen Union trafen sich vom 23. bis 26. Februar 2005 in Rom: TransEuropaExpress. Gli scrittori della nuova Europa. Teilnehmer waren u.a. Dacia Maraini (Italien), Colm Toibin (Irland), Robert Schindel (Österreich), Jean Rouaud (Frankreich), Emil Tode (Estland) Rosa Montero (Spanien), Stefan Chwin (Polen), Jörn Donner (Finnland), Jean-Philippe Toussaint (Belgien) – und Emine Sevgi Özdamar als Gast (Türkei).
Friedrich Christian Delius hielt am 23.2. einen der Eröffnungsvorträge in der Sala Cortona des Kapitolinischen Museums: La ricchezza d`Europa – Der Reichtum Europas., abgedruckt in der Tageszeitung „Il manifesto“ am 24.2.05

Neuruppin. Fontane-Preis 2004. Friedrich Christian Delius wurde am 30.12.2004 mit dem von der Stadt Neuruppin und der Theodor-Fontane-Gesellschaft vergebenen Fontane-Preis ausgezeichnet (hier die Rede: „Ich komme preußischer zurück denn je“). Der Preis gilt dem Gesamtwerk des Autors, dessen jüngster Roman „Mein Jahr als Mörder“ im September 2004 bei Rowohlt.Berlin erschienen ist. Zu seinen bekanntesten Büchern zählen „Die Birnen von Ribbeck“, „Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde“ und „Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus“. Der Preis ist mit 5.000,– Euro dotiert und wird nur alle fünf Jahre verliehen. Frühere Preisträger waren Sigrid Damm und Günter de Bruyn.

Berlin. Aus Anlass des 100. Geburtstages von Georg Groscurth am 27.12.2004 ist im Berliner „Tagesspiegel“ ein Artikel über die Familie Groscurth („Die Mordgedanken eines Friedfertigen“) und ein Interview mit Friedrich Christian Delius („Ich bin eigentlich ein 66er“) erschienen.

Viterbo. Friedrich Christian Delius hält am 24.11.04 den Eröffnungsvortrag
der Tagung „La letteratura necessaria/Die notwendige Literatur“ an der
Universität von Viterbo: „Die Literatur ist die Zukunft/La letteratura è il futuro“.

Berlin. Die Ärztekammer Berlin, die Kassenärztliche Vereinigung Berlin, das
Behandlungszentrum für Folteropfer und die Dorotheenstädtische Buchhandlung laden zu einer Lesung aus „Mein Jahr als Mörder“ am 15. November 2004 ein – in den Hörsaal des Krankenhauses Moabit. Dort hatte Dr. Georg Groscurth bis zu seiner Verhaftung als Mitglied der Widerstandsgruppe „Europäische Union“ im September 1943 gelehrt.
Dr. Groscurth und seine Witwe Dr. Anneliese Groscurth sind die Hauptfiguren des Romans „Mein Jahr als Mörder“. Turmstraße 21, 10559 Berlin, 20 Uhr.

Uni Kassel vergibt ihre Grimm-Gastprofessur an F.C. Delius.
Am 3. November 2004 wird Delius in der Murhardschen Bibliothek in Kassel eine Vorlesung halten unter dem Titel „Deutschland, ein Schlaraffenland – oder warum Friedrich Schiller Joschka Fischer einen Barbaren genannt hätte“. Außerdem wird er ein Seminar und eine Lesung aus dem Roman „Mein Jahr als Mörder“ anbieten.

Aachen, 11. September 2004. Der Berliner Schriftsteller Friedrich Christian Delius hat den Walter-Hasenclever-Preis 2004 erhalten. Der von der Walter-Hasenclever-Gesellschaft und der Stadt Aachen vergebene und mit 20 000 Euro dotierte Preis wurde Delius für sein Gesamtwerk verliehen. Die Laudatio hielt Katja Lange-Müller, der Preisträger bedankte sich mit einer Rede „Ausgerechnet am 11. September“. Frühere Preisträger waren Peter Rühmkorf, Oskar Pastior und Marlene Streeruwitz.

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